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Einer der wohl
meistunterschätzten Spieler im Dress der Pinguine dürfte Boris Blank sein.
Oft wird ihm die Spielübersicht abgesprochen - andere zweifeln gern seine
technischen Fähigkeiten an oder finden andere Kritikpunkte. Doch bei
nüchterner Betrachtung muss sich der am 10.07.1978 im Kasachischen
Karaganda geborene Außenstürmer vor kaum einem Spieler im Team verstecken.
Sicher verfügt er nicht über die Torjägerqualitäten eines Herberts
Vasiljevs, aber 1,83 m große und 92 kg schwere Spieler mit der Nummer 24
gehört nicht nur zu den besten Schlittschuhläufern des Teams, sondern
versteht es auch, Punkte und Tore zu erzielen. Nicht umsonst war er im
vergangenen Jahr drittbester Scorer der Pinguine - und das trotz eines
längeren Ausfalls! Im Vorjahr konnte er sogar als zweitbester Torjäger mit
immerhin 20 Einschüssen aufhorchen lassen. Und sicher nicht umsonst
spielte er in den vergangenen beiden Jahren jeweils in der ersten
Sturmreihe!
Der Schritt nach
Deutschland
Doch kam er damals
letztlich noch nicht zum Einsatz. So wechselte er in der Saison 1997/98
zunächst für ein Jahr zu den Hannover Turtles in der gleichen Liga. In 50
Einsätzen erreichte er gute 10 Tore und 24 Punkte bei 66 Strafminuten. Man
kann also durchaus sagen, dass er sich bereits in seiner allerersten
Saison in der Liga zu etablieren wusste. So wechselte er zurück nach
Wilhelmshaven und avancierte zu einem absoluten Topspieler! In 46 Spielen
der Saison 1998/99 konnte er, nun gerade 20-jährig, ganze 26 Tore und 49
Punkte erzielen. So wurde er im Sommer 1999 von den Moskitos Essen als
Förderlizenzspieler für Wilhelmshaven lizenziert.
Der Anfang in der DEL:
Moskitos Essen
Bei den Moskitos kam er
in 11 Einsätzen der regulären Saison noch auf keine Punkte, 2 Strafminuten
und –3. Doch in der Abstiegsrunde konnte er bereits auf diesem hohen
Niveau sein Können zeigen. In 7 Einsätzen konnte er hier bereits seinen
ersten DEL-Treffer erzielen und sogar vier weitere Vorlagen beisteuern.
Doch den Hauptteil der Saison kam er dennoch weiterhin bei Wilhelmshaven
zum Einsatz. Dabei konnte er in 40 Spielen mit 19 Toren und 39 Punkten
wiederum beinahe einen Punkt pro Spiel vorweisen. In der Saison 2000/01
dann kam er wieder ausnahmslos in der klassentieferen Liga zum Einsatz.
Über ein weiteres
Zweitligajahr zu den Eisbären
Wiederum für
Wilhelmshaven erreichte er in 47 Spielen ganze 25 Tore und 58 Punkte. Dies
hievte ihn in die Scorer-Elite der zweiten Liga und bedeutete seinen
endgültigen Durchbruch. Die Eisbären Berlin holten ihn, zusammen mit
Partner Eduard Lewandowski, an die Spree und gaben ihm die Chance, sich in
der höchsten deutschen Spielklasse endgültig zu beweisen. Mit nun 22
Jahren war er physisch wie psychisch nun absolut für die Liga geeignet und
wusste auch voll zu überzeugen. Er kam in 59 Partien der Hauptstädter zum
Einsatz und konnte dabei mit 3 Toren und 12 Punkten absolut überzeugen.
Durch seine starke Defensivarbeit kam er dabei außerdem auf eine +/-
Statistik von +7. Außerdem schaffte er es, sich mit diesen Leistungen ins
Nationalteam zu spielen. In der Saison 2002/03 dann limitierten ihn
Verletzungen auf nur 37 Einsätze. Dennoch aber konnte er 7 Tore erzielen
und 17 Punkte erreichen! Zum Vergleich, sein ehemaliger Weggefährte, der
mittlerweile gedraftete und als den besten deutschen Spielern zugehörig
bezeichnete Edi Lewandowski kam, nun im Dress der Kölner Haie, auf nur 6
Tore und 20 Punkte bei allerdings 46 Spielen!
Der Wechsel nach Köln
An diesem Punkt erreichte
auch Boris der Ruf des damaligen Bundestrainers Hans Zach. Der Trainer der
Kölner Haie holte nun auch ihn an den Rhein und Boris setzte seine
Karriere nach der WM 2003 (bis heute konnte er in 15 Einsätzen bei
Weltmeisterschaften 4 Tore verbuchen) in der Domstadt fort. Hier jedoch
kam er letztlich im Defensivsystem des ehemaligen Nationaltrainers nicht
zurecht. In den beiden Kölner Jahren kam er in 84 Partien auf lediglich 8
Tore und 23 Punkte. Eine Bilanz, die seinen Fähigkeiten eigentlich Hohn
spricht. Und so waren beide Seiten mit der Situation unzufrieden. Boris
wollte wieder in einem Team spielen, in dem er zurecht kommt und auch
offensive Akzente setzen kann und die Kölner Haie wollten ihn von der
Gehaltsliste bekommen. Und so setzte man sich zusammen und löste den
Vertrag auf.
Wechsel nach Krefeld
Die Pinguine zögerten
nicht lange und traten an den kampfstarken Rechtsschützen heran. Und nach
leichten Anlaufschwierigkeiten mauserte sich der stille Stürmer zum
absoluten Leistungsträger und Arbeiter in der so erfolgreichen ersten
Reihe der Pinguine mit Alexander Selivanov und Ted Drury. Durch intensiven
läuferischen Einsatz und eine gute Grundtechnik kam er in Krefeld in nur
52 Spielen auf mehr Punkte als vorher in Köln in zwei Jahren zusammen! 6
Einschüsse und 24 Beihilfen für 30 Punkte. Sein mit weitem Abstand bestes
DEL-Jahr!
Leichter Rückschritt
nach Topsaison
Als die Pinguine es im
Sommer 2006 schafften, diese Reihe komplett für ein weiteres Jahr an sich
zu binden war man optimistisch, eine der offensivstärksten Reihen der Liga
zu haben, hatten alle drei zusammen doch im Jahr zuvor ganze 57 Tore
erzielt und mit Selivanov den Torschützenkönig der Liga hervorgebracht.
Doch die Reihe funktionierte nicht wie man sich das erhofft hatte.
Selivanov hatte mit Schulterproblemen zu kämpfen, Drury erwischte zum
Abschluss seiner Karriere eine schwache Saison und Boris wurde im Sog der
Beiden mit herunter gezogen. Letztlich zeigt sich dies vor allem in der
+/- Statistik, die für ihn einen Wert von -6 aufwies. Dennoch aber konnte
er speziell zu Saisonende noch einmal gut punkten und erreichte – auch
wenn es in der Empfindung vieler Fans Lichtjahre bis zu seiner
Vorjahresform waren – vergleichbare Scoringwerte. 8 Tore und 27 Punkte aus
52 Spielen sind sicherlich ein guter Wert.
Etablierung als
Torjäger und Topscorer
Dennoch waren viele Fans
der Pinguine etwas kritisch, was seine Qualitäten anging. Doch Boris
beantwortete diese leichten Zweifel mit seiner mit Abstand besten Saison
überhaupt! Er pulverisierte seine persönlichen Bestmarken in allen
Kategorien. 20 Tore, 27 Assists und 47 Punkten bedeuteten überall
persönliche Rekordwerte. Er war zweitbester Torjäger und viertbester
Scorer des Teams und komplettierte die Reihe mit Vasiljevs und Alinc durch
seine Lauf- und Kampfstärke optimal. Besonders beeindrucken war dabei sein
Saisonende! In den letzten 21 Partien war er der beste Scorer der
Mannschaft und blieb nur dreimal ohne Zähler! In dieser Phase schoss er
ganze 11 Tore und sammelte 28 Punkte. Allein in 9 der letzten 12 Partien
verbuchte er ein Tor. Man kann also guten Gewissens sagen, dass er sich
mit der Saison 2008/09 unter den besten deutschen Offensivkräften der DEL
etablieren konnte! Umso größer ist natürlich die Freude, dass er noch bis
2011 unter Vertrag steht! Und auch eine Diskussion um Motivationsmängel ob
eines "Rentenvertrages" wusste er im Ansatz zu zerstreuen. Zwar agierte er
unmittelbar nach seiner Vertragsverlängerung streckenweise etwas
übermotiviert und blieb 5 Spiele ohne Punkt, doch dann setzte er zur oben
erwähnten Rekordserie an. Wenn also der Vertrag einen Einfluss auf sein
Spiel hatte, dann gab er ihm Sicherheit, Selbstvertrauen und Motivation!
Diese bewies er auch gerade zu Beginn der vergangenen Saison. Von den
ersten 27 Spielen beendete er nur deren 6 ohne eigenen Zähler. Dabei kam
er auf 11 Tore und 34 Punkte bei +23! Zwar kam er in der zweiten
Saisonhälfte offensiv etwas aus dem Tritt, doch seine 12 Tore und 45
Punkte aus 47 Spielen bedeuteten immer noch Rang 3 im Team. +22 waren gar
der zweitbeste Wert und fast ein Punkt pro Spiel wiesen ihn immer noch als
hervorragenden Scorer aus. Boris darf also ohne Zweifel mittlerweile als
absoluter Allroundspieler mit großen Scorerqualitäten angesehen werden und
man darf sich als Fan unseres Teams froh schätzen, dass sein Vertrag noch
zwei Jahre läuft.... |