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Kaum ein Spieler
verkörpert wohl die vielzitierten "Jungen Wilden in Krefeld mehr als
Patrick Hager! Der am 08.09.1988 geborene Stürmer, der in Rosenheim, einer
der besten Nachwuchsschulen des Landes, das Eishockeyspielen erlernte, kam
im Sommer 2007 nach Krefeld und kannte bis dato nur eine Richtung: Nach
oben! Bis in die Nationalmannschaft spülte ihn seine aggressive und
erfolgreiche Art Eishockey zu spielen. Trotz seiner mangelnden Körpergröße
ist er ein Spieler, der vor keinem Gegner zurückscheut und keinem
Zweikampf aus dem Weg geht. Darüber hinaus zeichnet ihn eine Nase für die
Position aus, aus der man Tore schießen kann. Kann er seine Entwicklung
weiter bestätigen, so könnte er ein Spieler werden, der um die teaminterne
Torjägerkrone ringt und in den Rang eines DEL-Stars aufsteigen könnte. Mit
seiner giftigen Art bei fehlender Körpergröße und seinen Fähigkeiten vor
dem Tor erinnert er manchmal ein wenig an einen anderen Spieler aus dieser
Region Deutschlands, der im Rheinland zum Star wurde und auch in Krefeld
Spuren hinterließ und sogar Teil des Meisterteams war: Thomas Brandl.
Einstieg in die DNL
Im Jahr 2003 stieg der
1,77 m große und 80 kg schwere Stürmer aus der Schülermannschart ins
DNL-Team seines Heimatvereins SB Rosenheim auf. Und vom Start weg zeigte
er sich als talentierter Offensivspieler. In 32 Spielen der Saison 2003/04
konnte er immerhin 4 Tore und 15 Punkte verbuchen. Dies sind, zum
Vergleich, sehr ähnliche Werte, wie sie André Huebscher in seinem ersten
DEL-Jahr hinlegte. Mit 28 Strafminuten war er dabei auch sehr
zurückhaltend und fair.
Etablierung als
Leistungsträger
Dies sollte sich aber im
folgenden Jahr dramatisch ändern! Trotz eher geringer Körpergröße und
einer eher schmächtigen Statur für einen Eishockeyspieler entwickelte er
eine sehr aggressive Spielweise. Und in einer deutschen Nachwuchsliga
führt eine solche zu Strafen. Dies bewirkte, dass er nicht nur mit 15
Toren und 34 Punkten aus 32 Spielen die magische Grenze von einem Punkt
pro Spiel zu knacken wusste, sondern mit 146 Strafen auch der Spieler war,
der ligaweit die meiste Zeit auf dem „Sünderbänkchen“ abzusitzen hatte!
Diese Kombination aus robuster Spielweise und Scoring überzeugte auch die
Verantwortlichen der Oberligamannschaft der Starbulls und schon im Alter
von 16 Jahren debütierte er in dem Team, das in den 80er Jahren drei
Meisterschaften errang. Dabei vermochte er, in seinem ersten Spiel in der
Oberliga-Meisterrunde auch gleich, seinen ersten Punkt mit einer
Torvorlage zu erzielen.
DNL-Topspieler und
weitere Erfahrungen in der Oberliga
Im Spieljahr 2005/06 war
er dann einer der absoluten Topspieler der DNL. Nur 25 Spiele absolvierte
er, weil er oft in die Oberliga gezogen wurde. Letztlich erzielte er mit
20 Toren und 40 Punkten beinahe ein Tor pro Spiel! Seine Strafzeiten
blieben mit 101 unverändert hoch. Doch in den Playoffs zeigte er dann erst
richtig, wozu er in der Lage ist: Der Sportbund erreichte das Finale gegen
die Mannheimer Adler und einer der Gründe dafür war Patrick Hager! In 7
Spielen erzielte er beeindruckende 6 Tore und 14 Punkte! Außerdem bewies
er, dass seine Strafen keinem Mangel an Disziplin entspringen, sondern
durchaus seiner Kontrolle unterliegen. Denn er hatte nur 8 Minuten
abzusitzen! Darüber hinaus kam er in Meisterschaft und Meisterrunde
insgesamt zu 13 Spielen in der Oberliga. Und mit 2 Toren und 5 Punkten
wusste er für einen Spieler seines Alters auch durchaus zu überzeugen! Und
auch hier beweisen 10 Strafminuten, dass er sich im Zaum zu halten weiß,
wenn es darauf ankommt. Zusätzlich nahm er noch an der U-18
Weltmeisterschaft teil. Hier trug er mit einem Tor und 2 Vorlagen auch zum
Klassenverbleib der deutschen Junioren teil.
Fester Platz in der
Oberliga
In der vergangenen Saison
dann war er altersmäßig der DNL entwachsen und kam als vollwertiger
Oberligaspieler zum Einsatz. Und er überraschte durchaus positiv! Keiner
hätte wohl damit gerechnet, dass ein Spieler, der zu Saisonbeginn noch 17
Jahre alt war, zum drittbesten Scorer des Teams werden könnte. Inklusive
Playoffs konnte er in 48 Spielen glänzende 17 Tore und 31 Punkte
verbuchen! Darüber hinaus zeigte er sich mit 106 Strafminuten auch
unverändert aggressiv. Viele bezeichneten ihn als besten Deutschen Spieler
in einem Team, das beispielsweise mit Mondi Hilger immerhin auch einen
ehemaligen Leistungsträger der Nationalmannschaft – wenn auch im hohen
Alter – aufwies!
Wechsel nach Krefeld
Und so griffen die
Pinguine zu und holten den jungen Mann endgültig an den Niederrhein. Er
unterschrieb dabei einen Vierjahresvertrag bis 2011. Erwartet wurde
allenthalben, dass er sich in der vierten Reihe an die DEL gewöhnen müsse.
Doch Patrick dachte nicht daran, sondern empfahl sich mit starken
Leistungen, hoher Einsatzbereitschaft und starker Spielübersicht bald für
höhere Aufgaben! Letztlich spielte er über weite Teile der Saison in einer
Reihe mit Ryan Ramsay und Brian Maloney und kam in dieser Rolle auf starke
9 Tore und 16 Punkte bei +7! Neben 52 Spielen stehen für den Spieler mit
der Nummer 52 auch genau 52 Strafminuten zu Buche. Übrigens erzielte er 13
seiner 16 Punkte in den letzten 22 Saisonspielen, nachdem er sich mehr und
mehr an die Liga gewöhnt hatte. Gerade in einer Phase also, als das Team
große Probleme hatte, übernahm der junge Mann Verantwortung und zeigte
sich als echter Leistungsträger.
Schritt in Richtung
Leistungsträger
Das vergangene Spieljahr
stand also für ihn unter der Überschrift "Bestätigung der Leistungen". Und
zu sagen "dies gelang" wäre ein klares Understatement! 15 Tore und 25
Punkte aus 51 spielen katapultieren ihn in beiden Kategorien an Spielern
wie Verwey und Pietta vorbei und ließen auch einen Shay Stephenson als
Ausländer klar zurück. Er war damit immerhin hinter Stephens, Vasiljevs
und Pavlikovsky der viertbeste Torjäger des Teams! 7 Powerplaytore - trotz
limitierter Spielzeit in Überzahl - bildeten sogar den Teamhöchstwert! Er
ist also tatsächlich auf dem Sprung, ein Leistungsträger zu werden und die
Pinguine trugen dieser Entwicklung Rechnung, indem sie seinen Vertrag
schleunigst bis 2012 vorzeitig verlängerten! Der nächste Halt könnte also
eine Vollzeitstelle in Reihe 1 oder 2 - und möglicherweise die 20
Tore-Marke sein. Das wären sicher keine schlechten Referenzen für einen
21-Jährigen... |