| |
Viele Fans der Pinguine
hatten etwas Magenschmerzen bei dem Gedanken, mit einem 18-jährigen
Verteidiger mit nur sehr wenig DEL-Erfahrung in den Top-6 in die Saison
2008/09 zu gehen. Doch die Verantwortlichen der Pinguine hatten den Mut,
Sinan Akdag eben diese Chance zu geben - und der Erfolg gab ihnen absolut
Recht! Der am 05.11.1989 in Rosenheim geborene Deutsch-Türke bringt alles
mit, was ein guter Verteidiger braucht. Er ist nicht nur groß und robust –
1,87 m Groß, 90 kg schwer – sondern verfügt auch über gute technische
Qualitäten. Bereits in der vorhergehenden Spielzeit konnte der robuste
Blueliner in seinen Einsätzen auf DEL-Niveau voll überzeugen. Gerade in
Phasen, als das Team durch Verletzungen geschwächt wurde, kam er in die
Mannschaft und spielte seinen Part fehlerfrei. Das Gespann aus Ehrenberger,
Pavlov und Pyka schenkte ihm folglich das Vertrauen und was sie bekamen
war ein Spieler, der mit unglaublich geringer Fehlerquote, robust und
defensiv sicher spielte.
Jugend in Rosenheim
Seine ersten Schritte im
Eishockey unter professionellen Bedingungen machte er in der Saison
2004/05 im DNL-Team der Star Bulls Rosenheim. Die Oberbayerische
Talentschmiede, die schon viele Topspieler hervorbrachte, war genau der
richtige Startpunkt für die Karriere des viel versprechenden Blueliners.
Schon in seiner ersten DEL-Saison etablierte er sich mit 8 Punkten aus 34
Spielen durchaus als Leistungsträger.
Weitere Stabilisierung
im Jugendbereich
So ging er in das
folgende Spieljahr bereits als etablierter DEL-Spieler. Er war bereits
jetzt einer der Eckpfeiler des Nachwuchsteams der Starbulls und wusste
auch durchaus, diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden. Mit 2 Toren
und 16 Punkten – bei nur 16 Strafminuten – gehörte er zu den besten
Verteidigern der Liga. Damit war er natürlich auch jetzt schon der
Top-Defensivspieler seines Teams. Noch beeindruckender allerdings ist,
dass er bereits zu diesem Zeitpunkt, mit gerade 16 Jahren, im Oberligateam
des Traditionsvereins debütierte! Dabei absolvierte er immerhin 10 Partien
in der regulären Saison der dritthöchsten deutschen Spielklasse, denen er
in der Meisterrunde weitere zwei Einsätze hinzufügen konnte. Schließlich
endete seine Saison mit einem Highlight. Das DNL-Team, eigentlich als
Außenseiter in die Playoffs gestartet, schockte die Favoriten und
erreichte schließlich das Finale gegen die Jungadler Mannheim. Hier
allerdings hatte man letztlich der großen Kadertiefe und Qualität des
finanzstarken Gegners nichts mehr entgegenzusetzen und wurde letztlich
Vizemeister. Sinan konnte in den 7 Playoffpartien seiner Mannschaft einen
Treffer markieren und verbuchte 8 Strafminuten
Stammspieler in der
Oberliga
Ähnlich wie in Krefeld
der gleichaltrige André Huebscher spielte er in der Saison 2006/07, der
letzten, in der er altersmäßig spielberechtigt war, aber nur noch
sporadisch in der Nachwuchsmannschaft. Sein Hauptbetätigungsfeld war
vielmehr bei den Senioren. Hier etablierte er sich als Stammspieler und
kam in 36 Spielen zum Einsatz. Dabei erreichte er immerhin drei Vorlagen.
Wenn er allerdings in der DNL zum Einsatz kam dann war er, ebenso
vergleichbar mit Krefelds Huebscher, einer der besten Spieler der Liga.
Seine Physis und seine Erfahrung erhoben ihn merklich über den Rest der
Spieler und dies zeigte sich auch in der Statistik. In nur 18 Spielen,
exakt halb so vielen wie im Vorjahr, erreichte er mit einem Tor und 11
Punkten beinahe die Werte der Vorsaison. 26 Strafminuten zeugen außerdem
davon, dass sein Körperspiel mittlerweile dem Nachwuchseishockey ein wenig
entwachsen war.
Wechsel nach Krefeld
mit Förderlizenz
Und so entschied man sich
in Krefeld, dem laufstarken Talent einen langfristigen Vertrag bis 2011 zu
geben. Natürlich wurde er aufgrund seines Alters – er erreichte überhaupt
erst gegen Mitte der Saison die Volljährigkeit (!) – mit einer
Förderlizenz ausgestattet. Sinan allerdings stand zumeist so nah am Kader,
dass er kaum in Bad Nauheim zum Einsatz kam. Zu wichtig war es dem
Trainerteam, im Falle einer Verletzung im Spiel oder dergleichen sofort
reagieren und den zuverlässigen Youngster aufs Eis schicken zu können.
Insgesamt stand er bei 43 Partien im Kader und kam dabei auf 6
Strafminuten und -2. Immer, wenn Not am Mann war schenkten ihm die Trainer
das Vertrauen und gaben dem jungen Mann Eiszeit. So kam er dann auch
insbesondere im Dezember, als Verletzungen die Verteidigung ausdünnten, zu
einigen Einsätzen als regulärer Verteidiger. Dabei spielte er seine Rolle
sehr zuverlässig, was dazu führte, dass Igor Pavlov, nachdem er sich alle
Informationen beschaffte, keine Sorgen hat, ihn für die vergangene Saison
als regulären Verteidiger einzuplanen.
Sinan spielte eine
Saison, die alle Erwartungen sprengte! In 43 Partien (er verpasste einige
Spiele wegen der U-20 WM, bei der er Leistungsträger des DEB-Teams war)
kam er nicht nur auf 9 Punkte, wobei er am 28.9. im Heimspiel gegen
Ingolstadt sogar seinen ersten DEL-Treffer erzielen konnte, sondern vor
allem auch auf eine +-/ von +9! Darüber hinaus war er mit nur 30
Strafminuten auch noch äußerst diszipliniert. Die Pinguine reagierten auf
diese starken Leistungen und verlängerten seinen Vertrag vorzeitig bis
2012. |
|