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Traditionell sind in
Krefeld die Spieler die beliebtesten, die sich zu 100% in den Dienst des
Teams stellen, die sich für die Mannschaft aufopfern, die bei jedem
Wechsel alles auf dem Eis lassen und gegen sich selbst eine mindestens
ebensogroße Härte zeigen, wie gegen den Gegner. Umso besser, wenn sie
dabei auch noch die technischen Fähigkeiten haben, durch Tore und Punkte
auf sich aufmerksam zu machen. Was früher ein Reemt Pyka, ein Jayson Meyer
oder auch ein Johnny Walker, Greg Evtushevsky oder Bruce Eakin waren, das
verkörpert heute kaum ein Spieler im Team so sehr wie Lynn Loyns. Der am
22.02.1981 geborene Kanadier aus Naicam, Saskatchewan ist ein nimmermüder
Forechecker, der insbesondere in Unterzahl ein Fixpunkt im Team ist. Doch
seit er sich 2006 das Schwarz-Gelbe Jersey überstreifte konnte er auch
immer zweistellige Torezahlen verbuchen und lag jeweils bei rund 30
Punkten. Außerdem wies seine +/- immer positive Werte auf. Kein Wunder
also, dass er zu den beliebtesten Pinguinen gehört, wenn auch in der
letzten Saison die "jungen Wilden" um Huebscher, Endraß, Riefers, Hager
oder Akdag mehr im Fokus standen. Oft wird dabei übersehen, dass auch Lynn
mit 28 Jahren für einen Kanadier im 4. Europajahr noch sehr jung ist!
Erste Schritte in der
CHL
Seine Karriere begann der
1,80 m große und 90 kg schwere 27-Jährige in der Saison 1997/98 bei den
Spokane Chiefs in der zur CHL gehörigen Western Hockey League (WHL). Dabei
kam er in 49 Spielen auf Anhieb auf 1 Tor und 13 Punkte. Hinzu kamen ein
weiterer Treffer und 5 Punkte bei 13 Playoff-Einsätzen. Dabei erwies er
sich mit 10 Strafminuten inklusive Playoffs als sehr fair.1998/99 nahm er
dann eine wesentlich prominentere Rolle im Team ein. Mit 20 Toren und 50
Punkten aus 72 Partien wurde er Topscorer der Chiefs, die in diesem Jahr
allerdings die Playoffs verpassten. Fast die exakt gleichen Werte (20
Tore, 29 Vorlagen, 71 Spiele) konnte er im folgenden Jahr verbuchen. Doch
in einem deutlich stärkeren Team reichte das nur für Platz 8 in der
Teaminternen Scorerwertung. Hinzu kamen 3 Tore und 5 Punkte aus 13
Playoffspielen. In seinem letzten Jahr in der Liga, 2000/01 wurde er dann
erneut Topscorer. 31 Tore und 73 Punkte bedeuteten Bestwerte des Teams, 42
Vorlagen reichten für Platz 2. Dabei zeigte er auch mit 81 Strafminuten
einen physischen Einschlag in seinem Spiel. In den Playoffs konnte er
sogar alle drei Wertungen für sich entscheiden: 6 Tore, 12 Assists und 18
Punkte waren jeweils Höchstwerte im Team!
Sprung ins Profilager
Die San Jose Sharks luden
ihn aufgrund dieser Werte als Free Agent in ihr Trainingscamp ein. Mit
guten Leistungen und harter Arbeit konnte er sich für einen Vertrag
empfehlen und so unterschrieb er bei den Kaliforniern. Doch lediglich bei
den Cleveland Barons in der AHL kam er zum Einsatz. Durch harten Einsatz
und perfekte Einstellung – viel mehr als durch seine 9 Tore und 18 Punkte
– avancierte er zum Publikumsliebling der Barons. 02/03 dann brauchte er
für fast dieselbe Ausbeute (7 Tore, 15 Punkte) nur noch 36 Spiele (Vorjahr
71). Mit dieser Leistung, gepaart mit weiterhin vorbildlichem
Defensivverhalten, spielte er sich sogar in das Team der Sharks!
Debüt in der NHL
Hier kam er zu 30
Einsätzen mit 3 Toren und wurde durch harte Arbeit in der vierten Reihe
auch hier schnell zum Liebling der Fans. Dennoch begann er auch das
folgende Jahr wieder in der AHL. Mit fast deckungsgleichen Werten wie im
Vorjahr (5/9/14, 30 Spiele) kam er wiederum zu Einsätzen in San Jose. Doch
nach 2 Partien gab man ihn am die Calgary Flames ab, für die er weitere 12
Einsätze mit 2 Vorlagen verbuchte. Hinzu kamen 18 Spiele mit 6 Toren und
12 Punkten im Flames-Farmteam Lowell Lock Monsters. Jetzt, im Sommer 2004,
galt er im Team von Gary Suter als Spieler mit hervorragenden
Perspektiven, denn der läuferisch starke Linksschütze passte durch sein
Skating und seine Arbeitsmoral hervorragend ins laufintensive Konzept des
Finalisten dieses Jahres.
Rückschlag: „Nur noch“
AHL
Doch ein eher schwaches
Jahr für seine Verhältnisse mit 7 Toren und 15 Punkten aus 77 Spielen in
der AHL machte diesen Traum zunichte. So startete er die folgende Saison
mit dem Ziel, wieder zurück zu kommen. Und mit einem soliden Jahr im neuen
Farmteam Omaha Ak-Sar-Ben-Knights konnte er dieses Ziel, trotz erneut
moderaten Scorings (9/8/17, 68 Spiele), auch erreichen. Ein weiteres Spiel
für die Flames war der Höhepunkt der Saison. Doch nun war sein Vertrag
ausgelaufen und er suchte eine neue Herausforderung.
Schritt „über den
Teich“
So entschied er sich, den
Weg zu gehen, den viele Kanadier in seiner Situation gehen: Es zog ihn in
die „alte Welt“. Bei den Pinguinen wollte er sich wieder in den Fokus
spielen. Und das gelang vollauf! Wie schon so oft zuvor in seiner Karriere
schaffte er es fast auf Anhieb, zu einem der Publikumslieblinge
aufzusteigen. Sein Einsatz, seine Laufbereitschaft, seine defensive Arbeit
und sein intensives Forechecking überzeugten praktisch vom ersten Spiel an
alle Fans. Dass er darüber hinaus mit 16 Tore drittbester Torjäger des
Teams und mit 30 Punkten sechstbester Scorer wurde und mit +8 eine starke
+/- Bilanz vorzuweisen hatte tat ein Übriges. Bezeichnend ist dabei, dass
kein KEV-Spieler mit einigermaßen vergleichbarer Eiszeit bei weniger
Gegentoren auf dem Eis stand. Nur 27 Gegentore musste er hinnehmen. Zum
Vergleich: Selbst Top-Plusminus-Spieler Herberts Vasiljevs musste 33
Treffer „schlucken“. So schien es eigentlich unwahrscheinlich, dass die
vergleichsweise finanzschwachen Pinguine ihn weiter an sich binden
könnten. Die Fans der Frankfurt Lions freuten sich bereits auf „ihren
Neuzugang“. Doch letztlich entschied sich der sympathische Center, einen
weiteren Jahresvertrag in Krefeld zu unterschreiben.
Bestätigung der
Leistung
So freute man sich im
Schwarz-Gelben Lager auf ein weiteres Jahr mit Lynn und dieser bildete
nach einer Verletzung zu Saisonstart und einigen Startschwierigkeiten,
eine hervorragende dritte Reihe mit Roland Verwey und Eigengewächs Daniel
Pietta. Trotz eines Fußbruchs im Dezember, der ihn Wochenlang zum Zusehen
zwang und seine Saison letztlich auf 43 Einsätze beschränkte, kam er auf
12 Tore und 28 Punkte. Er gehörte zu den wichtigsten Spielern in Unterzahl
und brachte fast bei jedem Wechsel Energie und Feuer aufs Eis. Außerdem
zeigte er Führungsqualitäten und an seiner Seite blühte der junge Daniel
Pietta richtig auf und spielte eine überragende Saison! Erneut musste man
also befürchten, dass die Kaufkräftige Konkurrenz zuschlagen würde. Doch
wiederum waren die Pinguine schneller und schafften es, ihn zu überzeugen,
weitere zwei Jahre am Niederrhein zu bleiben. Somit konnte kann man sich
auf einen weiteren Spieler verlassen, bei dem man weiß, dass er immer Gas
gibt und bereit und in der Lage ist, das Team mitzureißen. Dies wusste er
folgerichtig auch in der vergangenen Spielzeit zu beweisen, als er
wiederum die Werte der Vorjahre fast kopierte. Mit wechselnden Partnern -
mal als Außen in Reihe zwei neben Payer und Stephenson, mal als Center
zwischen Verwey und Pietta, kam er auf 13 Tore und 29 Punkte bei +7. Dabei
war seine Reihe, wenn er den nominell dritten Block bildete, offensiv
zumeist der Zweiten mindestens ebenbürtig. Mindestens noch diese Saison
wird also Lynn das Pinguine-Trikot tragen und gehört damit auch in die
Phalanx der Vasiljevs, Pavlikovsky, Pietta, Verwey oder Huebscher. Der
Spieler also, die schon lange im Kader stehen und sich mehr und mehr zu
Fixpunkten im Krefelder Eishockey - in welcher Rolle auch immer -
entwickeln! |
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