König-Palast Krefeld DEL - Deutsche Eishockey Liga

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DEL - Hauptrunde >>> Kader Krefeld Pinguine

 
Name: Herberts Vasiljevs
Nation: LAT
Geburtstag: 27.05.1976 (34)
Position: Stürmer
Nummer: 23
Grösse: 180 cm
Gewicht: 84 kg
         
  Profil Herberts Vasiljevs  
     
 

Was soll man groß über Herberts Vasiljevs sagen? Der Kapitän der Pinguine ist seit seiner Rückkehr an den Niederrhein im Sommer 2005 einer der - wenn nicht der Leistungsträger unseres Teams. Vier Jahre in Folge erzielte er mindestens 20 Tore, vier Jahre in Folge gehörte er zu den besten Scorern im Team. Zweimal war er in dieser Zeit Topscorer, dreimal Toptorjäger, einmal Torschützenkönig der DEL und kam immer mit einer positiven +/- Wertung - bis hin zu +20 im letzten Jahr oder gar +23 in 2006/07- ein. Er ist ein guter Skater, er arbeitet fürs Team, er verfügt über enorme Spielübersicht und ist im Abschluss der beste und zuverlässigste Spieler des Teams. Der Lettische Nationalspieler ist mit 1,80 m Körpergröße und 80 kg Gewicht kein sonderlich großer Spieler, weiß seinen Körper aber durchaus einzusetzen. Schon als 18-Jähriger, frisch aus der Jugend, lief der am 27.05.1976 in Riga (Lettland) geborene Stürmer, der alle Offensivpositionen gleichermaßen gut bekleidet, als Profi für den KEV auf. Seine technischen Fähigkeiten und seine Spielintelligenz brachten ihn im Lauf seiner Karriere bis in die NHL. Kurz gesagt: Herberts ist, das lässt sich wohl ohne Übertreibung sagen, Herz und Seele des Spiels der Pinguine und Integrationsfigur für die Fans gleichermaßen.

Beginn der Profikarriere beim KEV

In 48 Spielen der Saison 1995/95 konnte er bereits sein großes Talent unter Beweis stellen und zeigte technisch und läuferisch überragendes Talent. Allerdings vertraute der damalige KEV-Trainer Mike Zettel ihm nicht in dem Maße, in dem er es vielleicht verdient hätte und so kam er nur auf recht wenig Eiszeit. Dennoch aber brachte es der junge Lette auf 4 Tore und 9 Punkte. In den Playoffs, in denen die Pinguine bis ins Halbfinale vordringen konnten, kamen weitere 5 Punkte (1 Tor) aus 15 Spielen hinzu. Die Fans versprachen sich viel von ihm, doch dann folgte der Kollaps des alten KEV und Herberts wechselte in die Kanadische Juniorenliga OHL, um seinen Traum von der NHL zu erreichen.

Lehrjahr in der OHL, der kanadischen Juniorenliga

In 65 Spielen für die Guelph Storm scorte er 34 Tore und 67 Punkte. Weitere 6 Tore und 19 Punkte kamen in 16 Playoff-Einsätzen dazu. In der folgenden Saison 1996/97 wollte er dann sein Glück in den Profiligen versuchen. Er unterschrieb einen Vertrag in der Organisation der Florida Panthers.

Über CoHL und ECHL in die AHL

Allerdings musste er sich seine Meriten erst noch verdienen. 3 Spiele mit 3 Toren und 5 Punkten für die Port Huron Border Cats in der CoHL brachten ihm einen Wechsel nach Knoxville in der ECHL ein. Dort wusste er in 3 Spielen (1 Tor, 1 Assist) ebenfalls zu überzeugen und kam so zu den Carolina Monarchs in die AHL. In 54 Spielen konnte er hier 13 Tore und 31 Punkte erzielen. Im Sommer 1997 wurde er dann in die New Haven Beast geschoben und schaffte hier endgültig den Durchbruch. Mit 36 Tore und 66 Punkten in 76 Spielen war er drittbester Scorer und bester Torjäger des Teams.

Der Traum wird wahr: Premiere in der NHL

Diese Leistung brachte ihm in der Saison 1998/99 seinen ersten Callup ins NHL-Team der Panthers ein. In 5 Spielen konnte er keine Punkte verbuchen, dann wurde er wieder in die AHL zurück geschoben. 76 Spiele absolvierte er für die Thoroughblades aus Kentucky. 28 Tore waren gut für den zweiten Platz in der teaminternen Wertung, 48 Assists bildeten sogar den Topwert des Teams und seine 76 Punkte machten ihn gleichauf mit Steve Guolla zum Topscorer. Diese guten Werte machten andere Teams aufmerksam und so wurde er im Juni 1999 gemeinsam mit Gord Murphy, Daniel Tjarnquist und einem sechstrunden-Draftpick im Tausch gegen Top-Goalie Trevor Kidd nach Atlanta abgegeben.

Wechsel zu den Atlanta Thrashers

Im Thrashers-Farmteam Orlando (IHL) konnte er mit 73 Einsätzen, 25 Toren und 60 Punkten wiederum gute Werte. Hinter dem heutigen Eisbären aus Berlin, Marc Beaufait, wurde er damit zweiter sowohl in der Scoring- als auch in der Torjägerwertung. Und es war genug, das Management zu überzeugen, ihm noch eine Chance in der NHL zu geben. In 7 Einsätzen konnte er auch sein erstes Tor in der besten Liga der Welt erzielen! So konnte er optimistisch in die nächste Saison starten und in Orlando war er weiterhin einer der Topscorer. 58 Spiele, 22 Tore und 48 Punkte waren gut genug für den nächsten „Callup“ und so absolvierte Herberts weiter 21 Partien bei den Thrashers und konnte mit 4 Toren und 9 Punkten dabei gute Werte erreichen. Und auch in den Playoffs, die er nach dem Ausscheiden der Thrashers wieder in Orlando spielte, überzeugte er. 8 Tore in 12 Einsätzen waren Teamspitze, obwohl er in 4 Spielen nicht auf dem Eis war. 11 Punkte waren immerhin die fünftbeste Ausbeute. So hatte er sich in Nordamerika einen durchaus guten Ruf erworben, als jetzt, im Sommer 2001, sein Vertrag auslief.

Wechsel zu seinem Lieblingsclub: Den Vancouver Canucks

Folgerichtig wurde das Topteam aus Vancouver auf ihn aufmerksam und Herberts stellte sich der Herausforderung. Und tatsächlich kam er auf 18 weitere NHL-Spiele mit 3 Toren und 2 Assists, ehe er doch wieder ins Farmteam abgeschoben wurde. Hier, in Manitoba (AHL) kam er aber nicht zurecht. In 69 Einsätzen erreichte er für seine Verhältnisse schwache 10 Tore und 39 Punkte und – erst zum zweiten Mal in seiner Karriere auf Minor-League-Niveau nach seiner Rookie-Saison – eine negative Plus/Minus Statistik. Jetzt, nachdem sein Traum erfüllt war und seine Perspektiven schwanden, entschied er sich, nach Europa zurück zu gehen.

Rückkehr nach Europa: Russland

Er wechselte zu Amur Khabarovsk in die russische Liga. In der äußerst defensiven Superliga kam er in 37 Einsätzen auf 4 Tore und 11 Punkte. Übrigens waren dies bessere Werte als Alexander Selivanov in der gleichen Saison für St. Petersburg erreichen konnte. Doch die russische Liga lag ihm nicht und so entschied er sich für die DEL.

Zurück in der DEL: Topspieler in Nürnberg

Hier gehörte er über lange Strecken der Saison im Trikot der Nürnberg Ice Tigers zu den Topscorern der Liga. Erst eine schwere Verletzung an der Schulter nach einem üblen Foul des Hamburgers Jacek Plachta am 7. Januar warf ihn zurück und zeitweise war es fraglich, ob er überhaupt noch einmal in der Saison aufs Eis zurückkehren könnte. Doch Herberts kämpfte sich heran und 6 Spieltage vor Saisonende war er wieder da. In den Playoffs konnte er dann noch nicht die volle Leistung abrufen und trotz einem Tor und 3 Punkten nicht verhindern, dass die Ice Tigers in 6 Spielen gegen Mannheim ausschieden. Früh unterschrieb er dann einen Zweijahresvertrag bei den Pinguinen. Und so kehrte der sympathische Rechtsschütze letztlich zu seinen Wurzeln zurück.

Leistungsträger in Krefeld

Für den KEV dann gehörte er vom Start weg zu den Leistungsträgern. Er legte einen Blitzstart hin und traf im Spiel gegen die Iserlohn Roosters vierfach. Somit hatte er – nach einem wunderschönen Tor gegen Köln zum Auftakt – bereits 5 Treffer nach 3 Spielen zu verbuchen. Doch es folgte eine lange Dürre. Er traf vom 5. bis zum 25. Spieltag nur noch zwei Mal. Umso beeindruckender, dass er zu Saisonende doch mit 24 Einschüssen zweitbester Pinguin und viertbester Ligatorjäger wurde. Insgesamt wurde er viertbester Scorer des Teams. Und auch in den Playoffs gehörte er zu den überragenden KEV-Athleten. Besonders stark zeigte er sich auch im Penalty, wo er fast ohne Fehlschuss blieb.

Aufstieg zum Torschützenkönig

Seine wohl beste Saison in Deutschland bisher legte er dann in der Saison 2006/07 hin. Vom Start weg fanden er und seine Reihenkameraden Jan Alinc und Ivo Jan eine unglaubliche Chemie und verstanden sich blind. Auf dem Eis zauberten sie nach Belieben und hielten das Team fast im Alleingang auf Playoffkurs. Unvergessen eine Partie gegen Frankfurt im Dezember, als die Reihe wie entfesselt wirbelte und die DEL-Rekordbücher umschrieb! Herberts kam auf ganze 8 Punkte in diesem Spiel, Alinc und Jan erreichten je 7 Zähler. Damit stellten letzte beide den bis dato gültigen Rekord für Punkte in einem Spiel ein, während Herberts nun die neue Rekordmarke hält. Doch mitten in diese Phase dann der Schock! Nach einem Foul des Düsseldorfers Grand-Pierre verletzte sich Jan Alinc so schwer, dass seine Saison beendet war. Die wohl beste Reihe der Liga war somit gesprengt und die Produktion flaute merklich ab, so dass das Team letztlich nur auf Rang 10 einlief. Dennoch aber wurde Herberts mit 30 Einschüssen Torschützenkönig und gehörte außerdem mit 54 Zählern und +23 in beiden Kategorien zu den besten Spielern der Liga. Dennoch aber unterschrieb er im Januar einen Vertrag, der ihn für drei Jahre plus Option an die Pinguine band und bewies damit seine Bodenständigkeit.

Stabilisierung auf hohem Niveau

So ging er als einer der Stars der Liga und vor allem weiterhin im Krefelder Trikot in die folgende Spielzeit 2007/08. Lange hatte er leichte Anlaufschwierigkeiten, punktete zwar gut, doch Tore wollten nicht so recht fallen. Dies änderte sich jedoch etwa ab Hälfte der Saison. In den letzten 25 Spielen des Jahres kam er auf überragende 18 Treffer und 31 Punkte. Dabei zeichnete ihn vor allem eine schier unglaubliche Konstanz aus, denn nur in 6 dieser Partien blieb der Mannschaftskapitän ohne Punkt! Letztlich schloss er die Saison mit 24 Toren und 57 Punkten, sowie +5 in 53 Einsätzen ab. Damit war er Toptorjäger und -scorer der Pinguine und Belegte in der Liga Rang 9 bei den Scorern und 11 bei den Torjägern. Sein kongenialer Partner aus den vorangegangenen Spielzeiten, Jan Alinc, verließ allerdings im Sommer 2008 die Pinguine und mancher Fan fragte sich, ob Herberts unter diesen Umständen ebenso gut weiter spielen könne. Und er konnte! An der Seite von Charlie Stephens dominierte er die Liga offensiv wie in den Vorjahren und gehörte auch defensiv zu den zuverlässigsten Stürmern in Deutschland. 55 Zähler erreichte er in 52 Spielen. Damit war er zweitbester Scorer hinter eben Charlie Stephens. Erneut gehörte er damit zu den 10 besten Offensivkräften der DEL (Rang 7). Mit 20 Treffern nahm er einen geteilten ersten Platz im Team (wiederum mit Stephens) ein und wurde zwölftbester Torjäger der Liga. Dass dies sein schwächster Wert seit seiner Rückkehr nach Krefeld ist spricht Bände! Mit +20 War er viertbester Pinguin und immerhin siebtbester Spieler der DEL. Er war der beste Überzahlscorer und zweitbeste Überzahltorjäger im Team... Er wurde zum besten Außenstürmer der Liga gewählt und Teamkamerad Jim Fahey, immerhin mit NHL-Erfahrung in einem Team mit Spielern wie Joe Thornton, bezeichnete ihn gar als insgesamt besten Stürmer der Liga, weil er seine Mitspieler besser mache. Wo immer man hinsieht, an Herberts geht kein Weg vorbei. Ein Segen für die Pinguine also, dass sie nach Ablauf des Vertrages im kommenden Sommer über eine Option verfügen, die Nummer "23" ein weiteres Jahr an sich zu binden. Denn Herberts ist auf dem besten Wege, sich unter den Legenden des Krefelder Eishockey zu etablieren. Denn nur wenige Spieler konnten sich im Schwarz-Gelben Dress so lange in der Phalanx der absoluten Topspieler der höchsten deutschen Spielklasse halten!

 
         
 

 

 
         
         

      


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