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Was soll man groß über
Herberts Vasiljevs sagen? Der Kapitän der Pinguine ist seit seiner
Rückkehr an den Niederrhein im Sommer 2005 einer der - wenn nicht der
Leistungsträger unseres Teams. Vier Jahre in Folge erzielte er mindestens
20 Tore, vier Jahre in Folge gehörte er zu den besten Scorern im Team.
Zweimal war er in dieser Zeit Topscorer, dreimal Toptorjäger, einmal
Torschützenkönig der DEL und kam immer mit einer positiven +/- Wertung -
bis hin zu +20 im letzten Jahr oder gar +23 in 2006/07- ein. Er ist ein
guter Skater, er arbeitet fürs Team, er verfügt über enorme Spielübersicht
und ist im Abschluss der beste und zuverlässigste Spieler des Teams. Der
Lettische Nationalspieler ist mit 1,80 m Körpergröße und 80 kg Gewicht
kein sonderlich großer Spieler, weiß seinen Körper aber durchaus
einzusetzen. Schon als 18-Jähriger, frisch aus der Jugend, lief der am
27.05.1976 in Riga (Lettland) geborene Stürmer, der alle
Offensivpositionen gleichermaßen gut bekleidet, als Profi für den KEV auf.
Seine technischen Fähigkeiten und seine Spielintelligenz brachten ihn im
Lauf seiner Karriere bis in die NHL. Kurz gesagt: Herberts ist, das lässt
sich wohl ohne Übertreibung sagen, Herz und Seele des Spiels der Pinguine
und Integrationsfigur für die Fans gleichermaßen.
Beginn der
Profikarriere beim KEV
In 48 Spielen der Saison
1995/95 konnte er bereits sein großes Talent unter Beweis stellen und
zeigte technisch und läuferisch überragendes Talent. Allerdings vertraute
der damalige KEV-Trainer Mike Zettel ihm nicht in dem Maße, in dem er es
vielleicht verdient hätte und so kam er nur auf recht wenig Eiszeit.
Dennoch aber brachte es der junge Lette auf 4 Tore und 9 Punkte. In den
Playoffs, in denen die Pinguine bis ins Halbfinale vordringen konnten,
kamen weitere 5 Punkte (1 Tor) aus 15 Spielen hinzu. Die Fans versprachen
sich viel von ihm, doch dann folgte der Kollaps des alten KEV und Herberts
wechselte in die Kanadische Juniorenliga OHL, um seinen Traum von der NHL
zu erreichen.
Lehrjahr in der OHL,
der kanadischen Juniorenliga
In 65 Spielen für die
Guelph Storm scorte er 34 Tore und 67 Punkte. Weitere 6 Tore und 19 Punkte
kamen in 16 Playoff-Einsätzen dazu. In der folgenden Saison 1996/97 wollte
er dann sein Glück in den Profiligen versuchen. Er unterschrieb einen
Vertrag in der Organisation der Florida Panthers.
Über CoHL und ECHL in
die AHL
Allerdings musste er sich
seine Meriten erst noch verdienen. 3 Spiele mit 3 Toren und 5 Punkten für
die Port Huron Border Cats in der CoHL brachten ihm einen Wechsel nach
Knoxville in der ECHL ein. Dort wusste er in 3 Spielen (1 Tor, 1 Assist)
ebenfalls zu überzeugen und kam so zu den Carolina Monarchs in die AHL. In
54 Spielen konnte er hier 13 Tore und 31 Punkte erzielen. Im Sommer 1997
wurde er dann in die New Haven Beast geschoben und schaffte hier endgültig
den Durchbruch. Mit 36 Tore und 66 Punkten in 76 Spielen war er
drittbester Scorer und bester Torjäger des Teams.
Der Traum wird wahr:
Premiere in der NHL
Diese Leistung brachte
ihm in der Saison 1998/99 seinen ersten Callup ins NHL-Team der Panthers
ein. In 5 Spielen konnte er keine Punkte verbuchen, dann wurde er wieder
in die AHL zurück geschoben. 76 Spiele absolvierte er für die
Thoroughblades aus Kentucky. 28 Tore waren gut für den zweiten Platz in
der teaminternen Wertung, 48 Assists bildeten sogar den Topwert des Teams
und seine 76 Punkte machten ihn gleichauf mit Steve Guolla zum Topscorer.
Diese guten Werte machten andere Teams aufmerksam und so wurde er im Juni
1999 gemeinsam mit Gord Murphy, Daniel Tjarnquist und einem
sechstrunden-Draftpick im Tausch gegen Top-Goalie Trevor Kidd nach Atlanta
abgegeben.
Wechsel zu den Atlanta
Thrashers
Im Thrashers-Farmteam
Orlando (IHL) konnte er mit 73 Einsätzen, 25 Toren und 60 Punkten wiederum
gute Werte. Hinter dem heutigen Eisbären aus Berlin, Marc Beaufait, wurde
er damit zweiter sowohl in der Scoring- als auch in der Torjägerwertung.
Und es war genug, das Management zu überzeugen, ihm noch eine Chance in
der NHL zu geben. In 7 Einsätzen konnte er auch sein erstes Tor in der
besten Liga der Welt erzielen! So konnte er optimistisch in die nächste
Saison starten und in Orlando war er weiterhin einer der Topscorer. 58
Spiele, 22 Tore und 48 Punkte waren gut genug für den nächsten „Callup“
und so absolvierte Herberts weiter 21 Partien bei den Thrashers und konnte
mit 4 Toren und 9 Punkten dabei gute Werte erreichen. Und auch in den
Playoffs, die er nach dem Ausscheiden der Thrashers wieder in Orlando
spielte, überzeugte er. 8 Tore in 12 Einsätzen waren Teamspitze, obwohl er
in 4 Spielen nicht auf dem Eis war. 11 Punkte waren immerhin die
fünftbeste Ausbeute. So hatte er sich in Nordamerika einen durchaus guten
Ruf erworben, als jetzt, im Sommer 2001, sein Vertrag auslief.
Wechsel zu seinem
Lieblingsclub: Den Vancouver Canucks
Folgerichtig wurde das
Topteam aus Vancouver auf ihn aufmerksam und Herberts stellte sich der
Herausforderung. Und tatsächlich kam er auf 18 weitere NHL-Spiele mit 3
Toren und 2 Assists, ehe er doch wieder ins Farmteam abgeschoben wurde.
Hier, in Manitoba (AHL) kam er aber nicht zurecht. In 69 Einsätzen
erreichte er für seine Verhältnisse schwache 10 Tore und 39 Punkte und –
erst zum zweiten Mal in seiner Karriere auf Minor-League-Niveau nach
seiner Rookie-Saison – eine negative Plus/Minus Statistik. Jetzt, nachdem
sein Traum erfüllt war und seine Perspektiven schwanden, entschied er
sich, nach Europa zurück zu gehen.
Rückkehr nach Europa:
Russland
Er wechselte zu Amur
Khabarovsk in die russische Liga. In der äußerst defensiven Superliga kam
er in 37 Einsätzen auf 4 Tore und 11 Punkte. Übrigens waren dies bessere
Werte als Alexander Selivanov in der gleichen Saison für St. Petersburg
erreichen konnte. Doch die russische Liga lag ihm nicht und so entschied
er sich für die DEL.
Zurück in der DEL:
Topspieler in Nürnberg
Hier gehörte er über
lange Strecken der Saison im Trikot der Nürnberg Ice Tigers zu den
Topscorern der Liga. Erst eine schwere Verletzung an der Schulter nach
einem üblen Foul des Hamburgers Jacek Plachta am 7. Januar warf ihn zurück
und zeitweise war es fraglich, ob er überhaupt noch einmal in der Saison
aufs Eis zurückkehren könnte. Doch Herberts kämpfte sich heran und 6
Spieltage vor Saisonende war er wieder da. In den Playoffs konnte er dann
noch nicht die volle Leistung abrufen und trotz einem Tor und 3 Punkten
nicht verhindern, dass die Ice Tigers in 6 Spielen gegen Mannheim
ausschieden. Früh unterschrieb er dann einen Zweijahresvertrag bei den
Pinguinen. Und so kehrte der sympathische Rechtsschütze letztlich zu
seinen Wurzeln zurück.
Leistungsträger in
Krefeld
Für den KEV dann gehörte
er vom Start weg zu den Leistungsträgern. Er legte einen Blitzstart hin
und traf im Spiel gegen die Iserlohn Roosters vierfach. Somit hatte er –
nach einem wunderschönen Tor gegen Köln zum Auftakt – bereits 5 Treffer
nach 3 Spielen zu verbuchen. Doch es folgte eine lange Dürre. Er traf vom
5. bis zum 25. Spieltag nur noch zwei Mal. Umso beeindruckender, dass er
zu Saisonende doch mit 24 Einschüssen zweitbester Pinguin und viertbester
Ligatorjäger wurde. Insgesamt wurde er viertbester Scorer des Teams. Und
auch in den Playoffs gehörte er zu den überragenden KEV-Athleten.
Besonders stark zeigte er sich auch im Penalty, wo er fast ohne Fehlschuss
blieb.
Aufstieg zum
Torschützenkönig
Seine wohl beste Saison
in Deutschland bisher legte er dann in der Saison 2006/07 hin. Vom Start
weg fanden er und seine Reihenkameraden Jan Alinc und Ivo Jan eine
unglaubliche Chemie und verstanden sich blind. Auf dem Eis zauberten sie
nach Belieben und hielten das Team fast im Alleingang auf Playoffkurs.
Unvergessen eine Partie gegen Frankfurt im Dezember, als die Reihe wie
entfesselt wirbelte und die DEL-Rekordbücher umschrieb! Herberts kam auf
ganze 8 Punkte in diesem Spiel, Alinc und Jan erreichten je 7 Zähler.
Damit stellten letzte beide den bis dato gültigen Rekord für Punkte in
einem Spiel ein, während Herberts nun die neue Rekordmarke hält. Doch
mitten in diese Phase dann der Schock! Nach einem Foul des Düsseldorfers
Grand-Pierre verletzte sich Jan Alinc so schwer, dass seine Saison beendet
war. Die wohl beste Reihe der Liga war somit gesprengt und die Produktion
flaute merklich ab, so dass das Team letztlich nur auf Rang 10 einlief.
Dennoch aber wurde Herberts mit 30 Einschüssen Torschützenkönig und
gehörte außerdem mit 54 Zählern und +23 in beiden Kategorien zu den besten
Spielern der Liga. Dennoch aber unterschrieb er im Januar einen Vertrag,
der ihn für drei Jahre plus Option an die Pinguine band und bewies damit
seine Bodenständigkeit.
Stabilisierung auf
hohem Niveau
So ging er als einer der
Stars der Liga und vor allem weiterhin im Krefelder Trikot in die folgende
Spielzeit 2007/08. Lange hatte er leichte Anlaufschwierigkeiten, punktete
zwar gut, doch Tore wollten nicht so recht fallen. Dies änderte sich
jedoch etwa ab Hälfte der Saison. In den letzten 25 Spielen des Jahres kam
er auf überragende 18 Treffer und 31 Punkte. Dabei zeichnete ihn vor allem
eine schier unglaubliche Konstanz aus, denn nur in 6 dieser Partien blieb
der Mannschaftskapitän ohne Punkt! Letztlich schloss er die Saison mit 24
Toren und 57 Punkten, sowie +5 in 53 Einsätzen ab. Damit war er
Toptorjäger und -scorer der Pinguine und Belegte in der Liga Rang 9 bei
den Scorern und 11 bei den Torjägern. Sein kongenialer Partner aus den
vorangegangenen Spielzeiten, Jan Alinc, verließ allerdings im Sommer 2008
die Pinguine und mancher Fan fragte sich, ob Herberts unter diesen
Umständen ebenso gut weiter spielen könne. Und er konnte! An der Seite von
Charlie Stephens dominierte er die Liga offensiv wie in den Vorjahren und
gehörte auch defensiv zu den zuverlässigsten Stürmern in Deutschland. 55
Zähler erreichte er in 52 Spielen. Damit war er zweitbester Scorer hinter
eben Charlie Stephens. Erneut gehörte er damit zu den 10 besten
Offensivkräften der DEL (Rang 7). Mit 20 Treffern nahm er einen geteilten
ersten Platz im Team (wiederum mit Stephens) ein und wurde zwölftbester
Torjäger der Liga. Dass dies sein schwächster Wert seit seiner Rückkehr
nach Krefeld ist spricht Bände! Mit +20 War er viertbester Pinguin und
immerhin siebtbester Spieler der DEL. Er war der beste Überzahlscorer und
zweitbeste Überzahltorjäger im Team... Er wurde zum besten Außenstürmer
der Liga gewählt und Teamkamerad Jim Fahey, immerhin mit NHL-Erfahrung in
einem Team mit Spielern wie Joe Thornton, bezeichnete ihn gar als
insgesamt besten Stürmer der Liga, weil er seine Mitspieler besser mache.
Wo immer man hinsieht, an Herberts geht kein Weg vorbei. Ein Segen für die
Pinguine also, dass sie nach Ablauf des Vertrages im kommenden Sommer über
eine Option verfügen, die Nummer "23" ein weiteres Jahr an sich zu binden.
Denn Herberts ist auf dem besten Wege, sich unter den Legenden des
Krefelder Eishockey zu etablieren. Denn nur wenige Spieler konnten sich im
Schwarz-Gelben Dress so lange in der Phalanx der absoluten Topspieler der
höchsten deutschen Spielklasse halten! |