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Riefers (18) auf Endraß
(19), der weiter zu Huebscher (19) und der drischt die Scheibe zur
wichtigen Führung der Pinguine in den Winkel. So geschehen am zweiten
Spieltag der Saison 2008/09. Zu einem Zeitpunkt, als die meisten Fans noch
diskutierten, ob es nicht vermessen sei, so junge Spieler überhaupt
gemeinsam aufs Eis zu lassen ergriffen die Drei ihre Chance mit beiden
Händen und bissen sich im Team fest. Und André als der Erfahrenste der
Drei übernahm die Verantwortung als Führungsspieler seiner "Bubireihe".
Gerade zu Saisonbeginn überrannten die drei mit ihrer Energie und
Laufstärke die Gegner buchstäblich. Sie gaben kaum Chancen ab und mussten
auch lange, lange Zeit keinen Gegentreffer in dieser Konstellation
hinnehmen. Und dabei trafen sie auch noch selbst! André selbst erzielte in
den ersten 8 Spielen hervorragende 4 Punkte (2 Tore) und erfüllte seine
Aufgabe mehr als gut. Die Fans würdigten dies und das Trio stieg zu
ungeahnter Popularität auf. Dass mit Riefers und eben Huebscher noch zwei
Jungs in der Reihe standen, die von den Bambini an das KEV-Trikot tragen
und niemals für ein anderes Team aufs Eis gingen tat ein Übriges dazu! Für
den am 08.01.1989 geborenen waschechten Krefelder war es eine ungemein
wichtige Saison, konnte er doch beweisen, dass er die Fähigkeiten hat, in
der DEL nicht nur mitzuhalten, sondern auch offensiv Akzente zu setzen.
Mit 1,80 m weist er dabei nicht eben Gardemaße auf, doch 85 kg zeigen,
dass er auch als etwas kleinerer Spieler über ausreichend Kraft verfügt.
Knabenliga in Grund
und Boden gespielt
Schon früh machte er
durch außergewöhnliches Talent auf sich aufmerksam. So konnte er
beispielsweise schon in der Saison 2001/02 im Knabenalter als überragender
Scorer auszeichnen. In 21 Einsätzen in dieser Altersklasse kam er auf
unglaubliche 79 Tore und 40 Vorlagen für 119 Punkte! Er schoss also benahe
vier Tore im Schnitt!! Kein Wunder, dass er als eine der Stützen des Teams
es schaffte, den KEV zur inoffiziellen Knabenmeisterschaft zu führen.
Topscorer bei den
Schülern
So erstaunte es nur
wenig, dass er direkt nach seinem „Aufstieg“ in die höhere Altersklasse,
zu den Schülern, ebenfalls dominant aufzutreten vermochte. 31 Mal kam er
im Dress der KEV-Schüler zum Einsatz. Dabei erzielte er insgesamt 46 Tore
und 74 Punkte! Beides waren – beinahe müßig zu erwähnen – teaminterne
Spitzenwerte. Interessant dabei ist aber, dass von seinen 28 Vorlagen
nicht weniger als 20 der erste Assist waren, also der unmittelbare Pass
zum Torschützen! Er war es also, der entweder selbst abschloss oder den
Mitspieler unmittelbar frei spielte. 8 Siegtore waren ebenso ein
teaminterner Spitzenwert wie seine ebenfalls 8 Einschüsse bei numerischer
Überlegenheit. Gleiches gilt für seine 15 Punkte in Überzahl und vier
Punkte in Unterzahl. Lediglich mit seinen zwei eigenen Tore bei Unterzahl
lag er nur auf einem geteilten Spitzenplatz. Er war einer der besten
Bullyspieler des Teams, wenn nicht gar der Liga und war immer wieder in
der Lage, durch seine überragenden läuferischen und stocktechnischen
Qualitäten ein Spiel alleine zu entscheiden. Auch hatte er sich in den
Auswahlmannschaften der U-13, U-14 und U-15 in der NRW Stützpunktliga
etabliert. So schien es so, als könnte die folgende Saison 2003/04 sein
ganz großer Durchbruch werden.
Nach überragendem
Start schwere Verletzung
Doch alles kam anders.
Zwar startete er die Saison wie man erwarten konnte überragend und machte
in den ersten zwei Spielen ganze 9 Punkte (5 Tore), doch dann nahm er wie
so oft an einem Auswahlspiel teil. Dabei prallte er so unglücklich mit
einem Gegenspieler zusammen, dass eine Ader in seinem Bein platzte.
Zunächst ging man von einem normalen Bluterguss aus. Doch als die
Schmerzen schlimmer wurden brachte man ihn schließlich doch ins
Krankenhaus – und zwar keine Minute zu früh. Eine sofortige Notoperation
war nötig, um sein Bein zu retten. Lange fiel er danach aus und brauchte
anschließend Zeit, wieder in Form zu kommen und Vertrauen in seinen Körper
zu gewinnen.
Gutes Scoring nach der
Genesung
So kam er letztlich „nur“
auf 51 Punkte und 27 Tore aus 14 Spielen. Natürlich war dies immer noch
bei weitem der beste Wert im Team, was die Punkte oder Tore pro Spiel
angeht, doch die knapp 4 Punkte pro Spiel hätte er ohne die schwere
Verletzung mit Sicherheit deutlich übertroffen. Nach absoluten Zahlen
rangierte er aber dennoch auf Platz 3 nach Punkten und auf Platz zwei nach
Toren. 5 Überzahltore waren der drittbeste Wert, 7 Powerplaypunkte gut für
einen geteilten zweiten Platz. Bedenkt man die Zahl der absolvierten
Spiele und die Schwere der Verletzung, so scheinen diese Werte beinahe
unglaublich.
Wechsel in die DNL
Nun jedoch hieß es
Abschied nehmen aus dem Schüler-Team. Und André wechselte in die DNL. Hier
kam er in ein Team, das just in diesem Sommer fast alle seine Stars
verloren hatte. Pietta, Schymainski, Gogulla, drei der besten Scorer der
Liga wechselten ins Profilager (die beiden erstgenannten machten gar
Spiele bei den Pinguinen), Nils Liesegang schloss sich den Eisbären an und
weitere Spitzenspieler mussten die Mannschaft aus Altersgründen verlassen.
So gab es für den jungen Neuankömmling kaum erfahrenere Spieler, an denen
er sich hätte orientieren können. Hinzu kam eine langwierige
Muskelverletzung, die ihn dazu zwang, insgesamt 10 Spiele auszusetzen. Und
so war er mit 7 Toren und 17 Punkten letztlich nur sechstbester Scorer im
Team.
Gute Vorbereitung im
Pinguine-Kader
In der Vorbereitung auf
die vorvergangene Saison jedoch konnte er bereits beweisen, dass er in der
DNL vor einer großen Saison stünde und, sollte er in der DEL spielen,
durch viel Einsatz und hervorragende läuferische und stocktechnische
Fähigkeiten durchaus in der Lage sein würde, mitzuhalten. So gehörte er in
einigen Vorbereitungspartien sogar durchaus zu den auffälligeren Spielern.
Nicht umsonst gaben die Pinguine dem damaligen U-16 Nationalspieler
zunächst mit einen 3-jahres-Vertrag bis 2008!
Starkes DNL-Jahr
Letztlich spielte André,
dem für die DEL noch ein wenig körperliche Entwicklung fehlte, die Saison
fast vollständig in der DNL. Zu Saisonbeginn kam er nur schwer in Tritt
und hatte Probleme, mit der großen Verantwortung umzugehen. Gemeinsam mit
Danny Fischbach, der ebenfalls im DEL-Kader stand, sollte er ein Team
führen, dessen Talentlevel in der Tiefe des Kaders im Ligavergleich eher
als unterdurchschnittlich zu bezeichnen war. Und die beiden großen Stars
der Mannschaft wollten zeigen, dass sie bereit dazu sind. Doch zumeist
wollten sie zu viel, wollten auf eigene Faust die Spiele gewinnen und
hielten die Scheibe letztlich zumeist den entscheidenden Moment zu lange.
So war André nach einem runden viertel der Saison nur im Mittelfeld der
ligaweiten Scorer zu finden. Doch nach einigen starken Spielen Ende
Oktober bis Anfang November explodierte er förmlich und setzte zu einer
Punkteausbeute an, mit der ab diesem Punkt nur noch der Mannheimer
Ligatopscorer Frank Mauer (78 Punkte) mithalten konnte. André legte
Topspiele in Serie hin und wurde schließlich mit 55 Punkten aus 34 Spielen
zweitbester Scorer der Liga! Seine 26 Einschüsse waren der drittbeste Wert
knapp hinter dem Mannheimer Garten (27) und eben Mauer und seine 29
Vorlagen bedeuteten einen geteilten fünften Platz. Dabei bewies das
Verhältnis von erstem zu zweitem Assist (19:10), dass er auch hier zumeist
derjenige war, der ganz unmittelbar das Tor einleitete. Seine 7
Überzahltore waren ebenso teaminterner Spitzenwert wie seine drei
Unterzahltore (geteilter 5 Platz ligaweit). Letztlich kann man also sagen,
dass André ohne jede Frage der dominante Spieler des KEV-Teams und einer
der überragenden Spieler der Liga war. Und das, dies gilt es zu beachten,
als ein Spieler des jüngeren 89-er Jahrgangs!
Fest im DEL-Team
So ging er mit viel
Selbstvertrauen in die Vorbereitung der Saison 2006/07! Leider aber war
der Kader so klein, dass er in der DEL selten zum Einsatz kam, da es fast
nie vollständige vier Reihen gab. Dennoch aber wusste er seine wenige
Eiszeit zu nutzen! Drei Tore konnte er erzielen und das, sensationell für
einen Spieler seines Alters, waren allesamt wichtige Treffer! In Hannover
schoss er einen zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer, in Iserlohn traf er
in beiden Spielen zu Führungstoren! Wenn er also seine Chance bekam, dann
wusste er diese auch zu nutzen. Und das ein oder andere Mal vergaben auch
seine Mitspieler durchaus vielversprechende Pässe des Nachwuchsstürmers.
Überraschend auch, dass er mit +3 eine starke +/- aufweist und sogar, wenn
auch bei äußerst geringer Anzahl, mit 3:2 eine positive Bullybilanz
aufweist.
Erneut Pech mit der
Kadergröße
So ging er voll motiviert
in die Vorbereitung für die Saison 2007/08 und legte im Sommertraining
noch einmal Einiges an Muskelmasse zu. Er war bereit für die Saison und
begann an der Seite von Maloney und Ramsay stark. Noch aber waren die
Reihen nicht gefunden und gerade Alexander Selivanov wurde mit mehreren
Nebenleuten ausprobiert. Unter anderem nahm er so auch Andrés Platz an der
Seite der beiden Kanadier ein. So stand für diesen nur noch die vierte
Reihe offen. Doch aufgrund eine zu kleinen Kaders wurde diese oft gar
nicht gebildet, weil die nötigen Mitspieler fehlten. So erklärt sich, dass
er letztlich seine Vorjahreswerte nicht bestätigen konnte und nur auf 2
Vorlagen kam. Dennoch aber zeigte er sich hochmotiviert und zuverlässig,
wenn er gebracht wurde.
Endlich Stammspieler!
Seine große Stunde
schlug, wie oben bereits angesprochen, dann endlich unter Igor Pavlov.
André zeigte sich als Spieler, der für unglaubliche Energie sorgen kann,
der niemals die Füße still hält, der technisch über gute Fähigkeiten
verfügt und folglich auch durchaus auf DEL Niveau Punkte und Tore erzielen
kann. Nachdem seine Reihe mit Riefers und Endraß allerdings durch starke
Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte wirkte sich das sogar etwas
nachteilig aus. Endraß wurde, als Verletzungen kamen, zeitweise in die
zweite Reihe gezogen. Riefers musste streckenweise als Verteidiger
aushelfen. Und so ging die Chemie der Reihe etwas verloren. In der zweiten
Saisonhälfte sank damit etwas das Selbstvertrauen und, ob der Aufwendigen
Spielweise, vielleicht auch etwas die Kraft und folglich auch die
Plus-Minus Statistik. Hatte er in der Spitze bei +8 gelegen, so war es am
Ende noch +1. Konnte er in den ersten 20 spielen noch 7 Punkte (4 Tore)
erzielen, so war es in den letzten 21 nur noch eine Vorlage... Dennoch,
André hat den Sprung zum DEL-Spieler geschafft! Jetzt gilt es, diese
Leistung auch unter Martin Jiranek zu bestätigen. Und es wäre doch schön,
wenn die derzeitige Situation mit vier "echten Krefeldern" im Kader (Huebscher,
Pietta, Riefers, Keussen) noch länger als bis zu seinem Vertragsende im
kommenden Sommer Bestand hätte.... |
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