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Wer sind eigentlich die
ganz jungen, die für eine Förderlizenz verfügbaren Spieler der Pinguine?
Riefers (19), Huebscher (20), Endraß (20), Akdag (19), Keussen (18),
Pietsch (18), Kovacic (22) oder auch Hager (20) kommen den Meisten hier in
den Sinn. Oder auch Sebastian Schwarz (23), der seine erste Saison für
unser Team spielt. Doch kaum älter als die Erstgenannten - und sogar ein
halbes Jahr jünger als Schwarz ist Daniel Pietta! Doch das Krefelder
Eigengewächs blickt bereits auf DEL-Spiele in 6 Spielzeiten, auf zu
Saisonbeginn 231 Spiele, 35 Tore und 84 Punkte in der Eliteliga unseres
Landes zurück. Daher sehen ihn viele Fans bereits als "fertigen Spieler".
Doch trotz aller Erfahrung, Daniel ist noch immer ein extrem junger
Spieler! Viele Spieler seines Alters - siehe Schwarz - verfügen noch über
wenig bis gar keine DEL-Erfahrung. Der 1,82 m große und 90 kg schwere
Stürmer aber hat schon eine Saison mit über 30 Punkten, sowie zwei Jahre
mit zweistelliger Torausbeute hinter sich! Ist er also Talent oder
etabliert? Ein bisschen von Beidem wohl! Er ist ein gestandener DEL-Spiel
mit noch viel Entwicklungspotential. Und darüber hinaus, wie er in den
letztjährigen Playoffs als bester Torschütze und zweitbester Scorer des
Teams einmal mehr belegen konnte, ein ausgemachter "Düsseldorf-Killer".
Eigentlich auch selbstverständlich für einen gebürtigen Krefelder, der am
09.12.1986 eben hier das Licht der Welt erblickte und beim KEV sämtliche
Nachwuchsmannschaften durchlaufen hat.
Premiere in der DNL
Zur Saison 2001/02 kam
der am 9.12.1986 geborene Allrounder in die DNL. Bei den Schülern hatte er
sich mit einem Meistertitel verabschiedet und bildete nun in der
deutschlandweiten Nachwuchsliga eine Reihe mit dem ein Jahr älteren
Torjäger Christian Schlesiger und dem gleichaltrigen Martin Schymainski.
Dabei avancierte er als Center dieser Reihe zu einem der besten Scorer der
Liga und kam mit 65 Punkten (25 Toren) auf den zweiten Teaminternen Platz
hinter dem älteren Schlesiger. Dabei bildeten die drei eine der besten
Reihen der Liga, hatten allerdings den körperlich größeren Stürmern des SC
Riessersee, allesamt in ihrem letzten DNL-Jahr, in den Playoffs nichts
entgegen zu setzen. Somit endete die erfolgreiche „Rookie“-Saison des
Daniel Pietta mit einem dritten Platz und einem etwas enttäuschenden
Viertelfinal-Aus.
Leistungsträger im
Folgejahr
Im folgenden Jahr
erwartete man dann viel von ihm und auf den ersten Blick wird man
enttäuscht. Er konnte sein Scoring nicht ausbauen, sondern verschlechterte
sich auf 55 Punkte (22 Tore). Doch beim zweiten Blick offenbart sich die
Aussage dieser Werte erst richtig! Er spielte nämlich nicht mehr, wie noch
im Vorjahr, Center der ersten Reihe, sondern wurde als Verteidiger
eingesetzt! Außerdem entstammen diese Punkte sogar wesentlich weniger
Partien, 32 an der Zahl, so dass er seinen Punkteschnitt von 1,58 auf 1,71
steigern konnte! Unter den Verteidigern der Liga bedeutete dies mit weitem
Abstand den besten Wert! Zweitbester Verteidiger nach Punkten wurde der
Riesserseer Kastner, der gerade einmal auf die Hälfte der Punkte kam! Die
Rolle als Verteidiger spielte er defensiv meist verlässlich und war
offensiv immer für ein Solo oder einen tollen Pass gut. Ab und an
trainierte er auch schon mit den Pinguinen und konnte sich so an den
Umgang mit den größeren und physisch stärkeren Spielern gewöhnen.
DEL-Premiere mit 16
Jahren!
In der Saison 2003/04
konnte Daniel dann erste Schritte in der DEL gehen. Trainer Goring berief
ihn erstmals während eines Pokalspiels gegen Hamburg in den Kader und mit
gerade 16 Jahren konnte der Youngster voll überzeugen! Er verbuchte zwar
keine Punkte, gehörte aber zu den besten Spielern auf dem Eis. Respektlos,
mit intensivem Körperspiel und guten, technisch ausgereiften Aktionen
vermochte er das Publikum zu begeistern. Darüber hinaus kam er zu fünf
weiteren DEL-Spielen in dieser Saison, blieb jedoch dabei weiterhin ohne
Punkte.
Kapitän und einer der
besten Spieler der gesamten DNL
Den Löwenanteil der
Saison bestritt der Rechtsschütze in der DNL. Hier wurde er aufgrund eines
Überangebotes im Sturm und seiner reifen, defensiv verantwortungsvollen
Spielweise, seiner guten Spielübersicht und einem für DNL-Verhältnisse
schon überragenden Schusses – und weil er in der Vorsaison in dieser
Roller zu überzeugen wusste – weiter in der Verteidigung eingesetzt. Er
interpretierte diese Rolle naturgemäß weiter sehr offensiv und setzte wie
in der Vorsaison des Öfteren zu gefährlichen Soli á la Christian Ehrhoff
an. Letztlich wurde er so fünftbester Scorer der Jungpinguine und
sechstbester Scorer ligaweit. Zu beachten ist dabei aber, dass er auf nur
29 Einsätze kam. Die vor ihm liegenden Spieler jedoch hatten bis auf den
Mannheimer Gawlik alle mindestens 36 Partien aufzubieten. So war er nach
Punkteschnitt betrachtet mit 28 Toren, 35 Vorlagen und 63 Punkten sowohl
bester KEV-Scorer als auch bester KEV-Torjäger und in beiden Kategorien
auch Nr. 2 ligaweit! Wohlgemerkt: Eingesetzt als Verteidiger! Er führte
das DNL-Team als Kapitän auf Platz zwei der Liga. Leider schied man
allerdings in den Playoffs als hoher Favorit in zwei Spielen gegen Köln
aus.
Mit Förderlizenz nach
Duisburg, Durchbruch zum Leistungsträger in Liga 2.
Daniel war nun zu alt für
die DNL und wechselte nach Duisburg in die zweite Liga. Zuvor jedoch
startete er zum zweiten Mal nach 2003 mit Deutschland bei der U-18 B-WM
und gehörte hier zu den dominanten Spielern des Turniers. In 5 Partien kam
er auf 8 Einschüsse, 11 Punkte und +5! In der Ruhrmetropole benötigte er
zunächst einige Wochen, sich an das höhere Tempo der Profiliga zu
gewöhnen. Anfangs der Saison war er nur selten auf den Anzeigetafeln zu
finden, doch ab dem Jahreswechsel war dieser Gewöhnungsprozess ganz
eindeutig abgeschlossen. Er wurde von Spiel zu Spiel stärker und
erarbeitete sich sogar in entscheidenden Situationen wie 5-3 Überzahl oder
den letzten Wechseln eines Spieles Eiszeit. So kam es, dass sein
Punkteschnitt in der zweiten Saisonhälfte sich einem Punkt pro Spiel
deutlich annäherte. Letztlich beendete er die Saison somit bei 9 Toren und
19 Punkten aus 46 Spielen. Dass er dabei auch vor intensivem Körperspiel
nicht zurückschreckt beweisen außerdem 75 Strafminuten. Dabei gilt
allerdings festzuhalten, dass er selten "dumme" Strafen nimmt, sondern
seinen Körper sehr bewusst einsetzt. Dies wiederum belegt die Tatsache,
dass er sein Strafenkonto in den erfolgreichen Duisburger Playoffs
deutlich verringern konnte! Nur noch 6 Minuten stehen hier aus 12 Spielen
zu Buche - ebenso wie ein Tor und vier Vorlagen! In der DEL kam er leider
dennoch wenig zum Einsatz. Nur bei 6 Spielen wurde er mitgenommen und
bekam dabei nur wenig Eiszeit.
Fester Kaderplatz bei
den Pinguinen
Im Jahr 2005/06 dann
spielte er fest im Team der Pinguine. Dabei zeigte er auch bei seinen
Einsätzen zumeist gute Leistungen. Er wirkte physisch präsent und auch
durchaus sicher im Passspiel und mit gefährlichen Aktionen zum Tor. Leider
war ihm das Glück im Abschluss zumeist nicht hold, so dass er trotz vieler
Chancen letztlich nicht über drei Tore und 6 Punkte hinaus kam. Doch seine
Stärke deutet allein seine +/-Statistik von +4 an! Leider spielten die
Pinguine aufgrund des engen Kaders zumeist mit nur drei Reihen. Dadurch
blieb seine Eiszeit zumeist gering, da Trainer Fowler lieber den
etablierten Spielern vertraute.
Etablierung in der DEL
Im Spieljahr 2006/07
schaffte er es endgültig, sich in der DEL festzusetzen. Zwar gab es immer
noch Spiele, in denen er wenig oder gar keine Eiszeit hatte, weil man
weiterhin nicht auf volle vier Reihen kam und somit speziell die jungen
und unerfahrenen Spieler sitzen mussten, aber wenn er gefordert war
erfüllte er seine Aufgaben bravourös! Auch muss man beachten, dass er erst
19 Jahre alt war! Somit absolvierte er in einem Alter, in dem viele andere
Spieler erst ihre ersten Schnuppereinsätze in der Liga bekommen, schon
sein zweites volles Profijahr! Doch selbst ohne diese Komponente lesen
sich seine Erfolge durchaus gut. Als Spieler, der vor allem in den
hinteren Reihen, vordringlich mit Defensivaufgaben betraut, zum Einsatz
kam, erzielte er in 51 Spielen 5 Tore, 18 Punkte und sogar +7! Zum
Vergleich: der hochgelobte Berliner Gawlik (32/6/12/-3) oder sogar der bei
Köln in der ersten Reihe (!) spielende Gogulla (44/8/21/-1) wiesen trotz
wesentlich besserer Rahmenbedingungen und offensiverer Aufgaben keine
merklich besseren Werte auf – in der +/- war er sogar der Beste dieser
Gruppe Gleichaltriger.
Steigerung zum
Leistungsträger
So ging er hochmotiviert
in die Saison 2007/08. Und er erwischte ein Jahr, das für einen Spieler
seines Alters beinahe schon sensationell zu nennen ist! 11 Tore, 21
Vorlagen und 32 Punkte, sowie +16 waren eine Ausbeute, die in jeder
einzelnen Kategorie ganz deutlich persönliche Rekorde darstellte! Und
erneut lohnt durchaus ein Vergleich mit Kölns Philipp Gogulla, der
allenthalben als kommender NHL-Spieler gesehen wird: Dieser kam ebenso auf
11 Tore, allerdings auf 44 Punkte. Dabei muss man aber bedenken, dass er
eine Reihe mit Top-Torjäger Ivan Ciernik bildete und viel Eis in Überzahl
bekam! Daniel spielte letztlich in einer eher defensiv ausgerichteten
Rolle in der dritten Reihe und seine Mitspieler zusammen trafen nicht
annähernd so oft wie Ciernik allein. Außerdem bekam er über die ganze
Saison nur wenige Einsätze in Überzahl! Eingedenk dieser Tatsachen kann
man sagen: Selbst offensiv steht Daniel dem hochgewetteten Kölner nur
wenig - wenn überhaupt - nach. Seine Defensivleistungen - wie bewiesen
durch die bessere +/- (Gogulla kam auf +11) - waren tendenziell sogar eher
überlegen.
leichte
"Konsolidierung"
Eine leichte
Verschnaufpause musste er sich im vergangenen Spieljahr von der Rekordjagd
der Vorsaison nehmen. "Nur" die Zahl der geschossenen Tore wusste er auf
13 zu steigern. Darüber hinaus stellten 23 Punkte und +14 zwar immer noch
starke Werte, aber keine weitere Steigerung dar. An der Börse nennt man so
etwas wohl "leichte Konsolidierung" nach einer langen Rekordhatz. Nun also
will er zeigen, dass dieses Jahr ein kleiner Ausrutscher war und er sich
noch weiter zu steigern vermag. Wobei natürlich sehr Vieles auch davon
abhängt, in welcher Rolle und mit welchen Nebenleuten er aufs Eis geht.
Immerhin kam er letztes Jahr auch streckenweise als Verteidiger zum
Einsatz. Seine Sache machte er dabei hervorragend - doch das Scoring
leidet darunter naturgemäß etwas. Wohin also geht die Reise für ihn? Die
Saison wird es zeigen. Und für die Fans der Pinguine, aber auch die
Verantwortlichen, geht schon früh das Hoffen los, dass Daniel auch
weiterhin gern "seinem Verein" treu bleibt und sich im Sommer, wenn sein
Vertrag ausläuft, nicht aus der Seidenstadt verabschiedet.... |
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